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» Wo kann man sich den Bauch pinseln lassen?
In: P.M. Fragen & Antworten 11/2008, S. 28

» Die Kunst des Bauchpinselns
Ulrike Burgwinkel in: Scala, WDR 5, 5. August 2008

» Herumschleimen auf Knopfdruck
Jens P. Rosbach in: Campus und Karriere, Deutschlandfunk, 20. Juni 2008

» Bauchpinseleien
Eva Kalwa in: Der Tagesspiegel/Ticket, 12. Juni 2008

» Jellibelly Bauchpinselmaschinenservice
In: Kultu(k)r 12/07

» Wonne für runde Festtags-Bäuche
In: Ibbenbürener Volkszeitung, 14. Dezember 2007

» Heute schon gebauchpinselt worden?
In: Ibbenbürener Volkszeitung, 08. September 2007

» Bauchpinsel-Automat im Kunsthaus "tut uns allen gut"
In: Westfälische Nachrichten, 10. September 2007

» Die Bauchpinselmaschine
Jessica Merten in: WDR regional, September 2007

» Eine Einladung
In: Münstersche Zeitung, 04. September 2007

» Bauchpinselei für das Wohlgefühl an der Kunst
In: Westfälische Nachrichten, 04. September 2007

» Heute schon gebauchpinselt?
In: Ibbenbürener Volkszeitung, 05. September 2007

» Einmal bauchpinseln, bitte!
In: Münstersche Zeitung, 04. September 2007

» Achtung, die Bauchpinsler sind unterwegs!
In: Ibbenbürener Anzeiger, 15. August 2007

» Künstler im Kreis unterwegs
In: Münstersche Zeitung, 13. August 2007

» Die Bauchpinselmaschine geht auf Reisen
In: Münstersche Zeitung, 11. August 2007

» Die Bauchpinsler kommen
In: Münstersche Volkszeitung, 11. August 2007

» Kitzlige Vorfreude
In: Ibbenbürener Rundschau, 20. Februar 2007

» Geheimnis der "Bauchpinselmaschine"
In: Münstersche Zeitung, 16. Februar 2007

» Künstlerisches Kleeblatt weckt Neugier.
20. Februar 2007

» Launisches Zeitdokument: Käthe Wenzel und Lisa Glauer kitzeln Spontanes hervor.
20. Februar 2007

» Achim Giersberg: Vielversprechend: Neue Kunst für Gravenhorst.
20. Februar 2007

DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst:

» Die Jury zur Auswahl des Projekts "Jellibelly-Bauchpinselmaschinenservice".

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In: P.M. Fragen & Antworten 11/2008, S. 28

Wo kann man sich den Bauch pinseln lassen?
Zwei Künstlerinnen aus Berlin haben eine lustige Maschine erfunden.

Bauchpinseleien sind Streicheleinheiten, die vor allem in der Arbeitswelt großzügig zum Einsatz kommen. Dabei werden aber in der Regel ausgerechnet jene Personen gebauchpinselt, die Komplimente und Streicheleinheiten gar nicht brauchen - die Chefs und Vorgesetzten. Da es auf Dauer schlecht für's Selbstbewusstsein ist, immer nur fremde Bäuche zu pinseln, haben zwei Künstlerinnen ein tolles Gerät entwickelt: Jellibelly - die elektrisch betriebene Bauchpinselmaschine. Das Ding ist handtaschengroß, knallrot und hat vorne ein loch, aus dem ein Pinsel ragt. Dieser fängt auf Knopfdruck an zu rotieren und hin- und herzuschwingen, sodass eine "gleichbleibend hohe Bauchpinselqualität" ermöglicht wird. Mit diesem originellen Maschinchen bieten die Performance-künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer in Deutschlands Fußgängerzonen überraschten Passanten ihren Service an. Allerdings: Die Scheu, sich in aller Öffentlichkeit den Bauch pinseln zu lassen, ist groß - aber darauf kommt es auch nicht unbedingt an, denn den Künstlerinnen geht es um mehr als um eine witzige Idee. Sie wollen die Menschen erst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen. Tatsächlich komen bei den Kunstaktionen spontan viele Gespräche zustande, die eine Menge Interessantes über den Bauchpinselindey unserer Gesellschaft aussagen. Vorläufiges Fazit: Gepinselt wird quer durch alle Schichten, und je prekärer es in der Arbeitswelt zugeht, desto kräftiger die Pinselstriche.

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Ulrike Burgwinkel in: Scala, WDR 5, 5. August 2008

Die Kunst des Bauchpinselns

zum Interview hier klicken

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Jens P. Rosbach in: Campus und Karriere, Deutschlandfunk, 20.06.2008

Herumschleimen auf Knopfdruck:

Berliner Künstlerinnen stellen Bauchpinselmaschine für den Arbeitsplatz vor

Das Bauchpinseln, sprich die ziel- und zweckgerichtete Fabrikation von Komplimenten, ist mancherorts für die Karriere wichtiger als ein Studienabschluss. Wer sich auf die hohe Kunst der Pinselei nicht so gut versteht, findet Unterstützung in der Bauchpinselmaschine des Berliner Künstlerinnen-Duos Jellibelly. Berlin Alexanderplatz, am Fuße des Fernsehturms. Käthe Wenzel holt ein silbernes, nierenförmiges Gerät aus ihrer Tasche. Ein Gerät mit einem Loch, aus dem ein Pinsel ragt. Die 35-Jährige drückt einen Knopf, der Haarstängel vibriert. Wenzel rückt nun mit dem Elektro-Apparat Passanten zu Leibe. Buchstäblich. Deutschland ist ja auf dem Weg in die Servicegesellschaft. Und das ist der ultimative Service: Bauchpinseln.

Glauer: Sind Sie diese Woche schon gebauchpinselt worden?

Passantin: Nein!

Die Objektkünstlerin klärt die verwunderte Frau auf: Die Kuschel-Installation solle Berufstätige inspirieren, über ihre Erfahrungen mit Komplimenten zu berichten. Passantin Jenny Michawea nickt: Ich kenn mich aus, sagt sie sofort, ich bin nämlich Personalrätin.

Passantin: Die Kollegen sind überall unzufrieden, weil die Chefs nicht genug loben. Die lassen nur ihren Frust ab, weil sie selber gefrustet sind und jeder ist unzufrieden.

Wenzel: Aber dass alle Leute unzufrieden sind, hat das mit den Einsparungen, mit den Umstrukturierungen am Arbeitsmarkt zu tun?

Passantin: Ich denke mir, das ist ein gesellschaftliches Problem, was gerade hier so abgeht. Die Alten werden rausgedrängt, die will man nicht, man muss - wenn man alt ist - aber länger arbeiten. Und die Jungen kriegen keine Arbeit und sind neidisch. Und man wird nicht gelobt von den Chefs, es gibt keinen Zusammenhalt, eigentlich nicht miteinander - gegeneinander.

Der Pinsel-Vibrator stimuliert die Passanten: Schüler berichten, dass sie bei Lehrern "herumschleimen", um gute Noten zu bekommen. Eine Frau erzählt, sie habe ihrer Tochter aus Spaß geraten, mit ihrem Chef ins Bett zu gehen - das fördere die Karriere. Auch Maschinenerfinderin Käthe Wenzel muss manchmal Süßholz raspeln. Die studierte Kunsthistorikerin verdient nämlich ihr Geld mit Dozentenjobs an Hochschulen. Und Unis lassen sich offenbar ebenfalls gerne bauchpinseln.

Wenzel: Ich bewerbe mich um einen Lehrauftrag und dann sage ich denen natürlich, was an ihrer Uni so toll ist, was daran so speziell ist. Meinetwegen, das ist eine Privat-Uni in Deutschland, davon gibt's nicht viele. Und das sind die einzigen, die sich trauen würden, diesen experimentellen Kurs, den ich ihnen anbieten würde, zu machen. Keine staatliche Uni würde das machen. Die sind viel zu verkrustet. Ich brauche ein junges, innovatives Unternehmen wie euch. Und mit euch kann absolut so etwas Modernes, Experimentelles machen.

Die meisten Passanten kommen ins Erzählen, wollen sich aber nicht bepinseln lassen. Einige gehen aber zumindest mit ihren Händen auf Tuchfühlung. Das kitzelt! Künstlerin Wenzel fragt auch bei Politikern an, ob sie über Verbalstreicheleien in ihrem Berufsalltag berichten wollen.

Wenzel: Ein konservativer Bundestags-Abgeordneter war neulich ganz irritiert von der haarigen Kunst. Konservativer Abgeordneter, da hat der Referent noch mal angerufen. Und ich hab sehr viel über den kunsttheoretischen Hintergrund erzählt, bis ich verstanden habe, dass die Besorgnis gar nicht darum ging, ob das jetzt künstlerisch fundiert ist oder nicht, sondern es ging darum, ob der Abgeordnete jetzt seinen Bauch entblößen soll oder nicht. Und da habe ich gesagt: Keine Sorge, muss keiner. Kann - muss nicht.

Lisa Glauer ist mit von der Pinsel-Partie. Die ausgebildete Malerin hat zusammen mit Käthe Wenzel den "Jellibelly- Bauchpinselmaschinen-Service" gegründet. Die Aktionskünstlerinnen filmen ihre Begegnungen, laden die Videos bei YouTube hoch und zeigen sie in einer Ausstellung. Für ihr nächstes Karriere-Projekt basteln sie Knöpfe mit angeklebten Haaren. Und zwar spielt es darauf an, dass Untersuchungen zeigen, dass Frauen im Prinzip nicht männlich genug auftreten, wenn sie um ihr Gehalt verhandeln. Und wir haben uns gedacht, dass wir anhand dieser Haarknöpfe Brusthaare simulieren, so ein bisschen Testosteronausdruck, Männlichkeit.

Wenzel: Also der Vorteil gegenüber natürlich gewachsener Brustbehaarung ist, dass man das dann wieder abnehmen kann.

Das Berliner Künstler-Duo fühlt sich von der zumeist positiven Reaktion der Passanten - natürlich - gebauchpinselt. Auch wenn einige die Streichelmaschine nicht mit Arbeitsplatz, sondern eher mit Schlafzimmer in Verbindung bringen.

Passantin: Das kitzelt! Na ja, dann macht mal weiter mit euerm Sex!

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Eva Kalwa in: Der Tagesspiegel/Ticket, 12. Juni 2008

Bauchpinseleien

Mit leichtem Kitzel dreht sich der Friseurpinsel schnell und sanft über den nackten Bauch. Der kühle Luftzug, den der Autoventilator im Maschineninneren hervorruft, ist besonders angenehm bei dem heißen Wetter: Einmal so richtig gebauchpinselt werden, das ist schön! Das haben die Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer oft gehört, als sie Arbeitnehmer und Chefs zu ihren Schmeichel-Techniken im Umgang miteinander befragt und dabei mit einer tragbaren Bauchpinselmaschine verwöhnt haben. Die dabei entstandenen Videos geben einen amüsant-bedenklichen Einblick in die herrschenden Hofierungspraktiken auf dem Arbeitsmarkt. Die Filme sind nun im Projektraum artTransponder anzusehen, genauso wie der noch kastenförmige Prototyp des Schmeichel-Helferleins. Für den mietfreien Ausleihservice Jellibelly stehen - bunt und sexy - neue Formen des tragbaren Servicegerätes zur Verfügung. uch eine münzbetriebene Standversion ist im Einsatz,und wer möchte, kann sich mit Hilfe eines Projektors bei ihrer Benutzung selbst beobachten: ein lustiger, aber nicht immer schmeichelhafter Anblick.

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In: Kultu(k)r 12/07

JelliBelly-Bauchpinselmaschinen-Service

In diesem witzigen, aber auch gesellschaftskritischen Projekt geht es um eine Kulturtechnik, die als Wort zwar vom "Aussterben" bedroht ist, aber in Zeiten von sogenannten prekären Arbeitsverhältnissen, von erhöhtem Druck auf dem Arbeitsmarkt eine zunehmende Rolle spielt. freiwillige Testpersonen unterschiedlicher Herkunft, sozialer Stellungen und Funktionen unterzogen sich im Sommer einer ironisch-witzigen Behandlung mit der Bauchpinselmaschine und ließen sich Stimmungs- und Meinungsbilder "herauskitzeln". Die ausgestellte Videoinstallation zeigt eine Sammlung als launisches Zeitdokument über den alltag inder Provinz.

Lassen auch Sie sich bauchpinseln! Die stationäre Bauchpinselmaschine mit Münzeinwurf erzeugt Wohlbefinden und Selbstwertgefühl. Sie ist ab sofort im Einsatz.

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Elvira Meisel-Kämper in: Ibbenbürener Volkszeitung, 14. Dezember 2007

Wonne für runde Festtags-Bäuche

Endlich ist der "JelliBelly-Bauchpinselmaschinen-Service" der Künstlerinen Käthe Wenzel und Lisa Glauer wieder da angekommen, wo die Idee ihren Ausgang nahm. Im Kunshaus Kloster Gravenhorst entstand diese "Bauchpinsel-Maschine" in der Stipendiumsreihe KunstKommunikation 2007.Mit den Künstlerinnen und einem Team reiste das Gerät durch den Kreis Steinfurt und bis nach Münster. Jeder, der wollte, konnte sich bauchpinseln lassen. Die durchweg positiven reaktionen und Kommentare wurden mit der Kamera in Ton und Bild aufgezeichnet.

Eine kleine Ausstellung in den Gravenhorster Atelierräumen ist krönender Abschluss der Reise und des Projekts. Die Künstlerinnen stellen sämtliche Prototypen des Geräts aus, das sie mit simplen Mitteln bis zur möglichen serienreife entwickelt haben. Anfangs war es eine einfache Holzkiste. Später gossen sie das Endmodell in Gips und ließen es in Plastik nachformen. Für jede Bauchform entwickelten sie eine Maschine. Für den Waschbrettbauch brauchte das Gerät längst nicht so eingedellt zu sein wie für den runden Wohlstandsbauch.

Umfragen über die Härte des Pinsels oder die bevorzugte Farbe der Maschinen werteten sie in Skalen aus: 56,8% der Befragten sprachen sich für Rot aus, 13,5% für Blau. Bauchpinslen lassen kann man sich in der Schau natürlich auch. der Region.

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In: Ibbenbürener Volkszeitung, 08. September 2007

Heute schon gebauchpinselt worden?

Vom Bauchpinseln versteht das Team etwas, das gestern Morgen mit der "Bauchpinselmaschine" auf dem Wochenmarkt in Ibbenbüren unterwegs war. "Künstler müssen ständig bauchpinseln," sagen die Berliner Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer, die die Idee für ihre Maschine hatten und diese auch konstruierten. "Jellibelly" heißt das rote Gerät mit dem auf Knopfdruck rotierenden Rasierpinsel, das die beiden Frauen entwickelten, die ein Jahr Stipendiatinnen des Kresi-Stipendiums KunstKommunikation im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst sind. Und Jellibelly weckt Emotionen. Freundliche zumeist, denn die Menschen, die gestern von dem Bauchpinsel-Team angesprochen wurden, reagierten zunächst amüsiert, manche ein wenig verunsichert, als vermuteten sie die "versteckte Kamera" hinter der nächsten Ecke.

Gerade in Zeiten angespannter Wirtschaftslage und vor allem Menschen in rekären Arbeitssituationen oder auch Freiberufler wie zum Beispiel Künstler müssten ständig andere bauchpinseln um etwas zu erreichen, erläuterten Wenzel und Glauer ihre Idee. Der ständige Kampf ums Fortkommen habe Wenzel irgendwann erschöpft und scherzhaft sagen lassen: "Ich will eine Maschine fürs bauchpinseln!" Die Idee gefiel Glauer spontan: "Das machen wir!" Und die beiden suchten sich für die öffentliche Präsentation ihres Prototyps sachkundige Verstärkung. Die Ein-Euro-Jobber Klaus Steltenkamp und Christine Oehler vervollständigen das Bauchpinsel-Team und hatten offensichtlich Freude an dem nicht ganz alltäglichen Job.

"Ich bin Kaufmann"," so Steltenkamp. So eine künstlerische Peformance sei für ihn einmal etwas ganz anderes. "Das macht mir riesig Spaß." Das Ganze sei aber "nicht nur Jux und Dollerei," stellte das Team klar. Und bei den Kurzinteviews, die das Projektteam mit den Passanten führte, wurden auch der gesellschaftskritische Ansatz, der kommunikative Aspekt und auch der reflexive Charakter der Aktion erkennbar. Bauchpinseln sei ja nicht nur etwas Negatives, erläutert Gerd Andersen, Leiterin des DA Kunsthauses Kloster Gravenhorst. Die meisten jungen Leute sähen das Wort nur negativ, aber für ältere Menschen, die das Wort noch aus dem Plattdutschen kennen, sei es durchaus ambivalent, habe auch eine positive Seite. Jemanden bauchpinseln bedeute, jemandem Wichtigkeit zusprechen, ihm mitzuteilen: Du bist für mich jetzt von Bedeutung.

Wann wurden Sie das letzte Mal gebauchpinselt? Wann haben Sie jemanden gebauchpinselt, wie und warum? Kennen Sie überhaupt das Wort? Was bedeutet es für Sie? Hätten Sie gern so eine Maschine? - diese und ähnliche Fragen beantworteten passanten gestern auf dem Markt den Künstlerinnen und Mitarbeitern. "Ja, für meinen Chef," lautete eine häufige Antwort. Womit die meisten den Künstlerinnen darin recht gaben, dass es heute immer wichtiger geworden sei, andere zu bauchpinseln, wenn man etwas erreichen will. "Das ist eine Technik, die alle Menschen anwende, das hat mit Hierarchie zu tun," so Wenzel. Dabei werde Arbeit mit Emotionen vermischt. Interessant sei auch die Frage, wie weit das bauchpinseln normale Freundlichkeit sei und wo die Prostitution beginne, so Gerd Andersen.

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In: Westfälische Nachrichten, 10. September 2007

Bauchpinsel-Automat im Kunsthaus "tut uns allen gut"

Eine stationäre "Bauchpinselmaschine", gebaut von den beiden Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer, steht seit Sonntag im Foyer des Kunsthauses Kloster Gravenhorst. Kunsthaus-Leiterin Gerd Andersen ließ es sich nach der offiziellen Enthüllung der Maschine nicht nehmen, das bauchpinsel-Gefühl am eigenen leib zu erleben: "Das tut uns allen gut." Ganz ohne "Bauchpinselei", so freute sie sich, sei es dem Kunsthaus gelunegn, ein überregionales Profil in der Kunstszene zu entwickeln. So sei es jetzt gelungen, mit dem Konzept für die Projektstipendien kunstKommunikation als eines von lediglich 22 bundesweit ausgewählten innovativen Kunstprojekten zur Kunstmesse Ruhr "kunstquadrate" vom 2. bis 4. November in die Zeche Zollverein eingeladen zu werden.

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Jessica Merten in: WDR regional, September 2007

Die Bauchpinselmaschine

Wer bauchpinselt, der schmeichelt jemand anderem, oftmals, um etwas zu erreichen. Aber niemand redet offen über diese zielorientierte Schmeichelkunst. Das muss sich ändern, finden die Berliner Künstlerinnen Lisa Glauer und Käthe Wenzel.

zum Clip hier klicken

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In: Westfälische Nachrichten, 04. September 2007

Eine Einladung

Eine Einladung zur "contemporary art ruhr" in Essen am 3./4. November hat dem Kunsthaus Kloster Gravenhorst das Projektstipendium KunstKommunikation eingebracht. Eines der Projekte ist die stationäre "JelliBelly Bauchpinselmaschine" der Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer, die hier mit Kunst- hausleiterin gerd Andersen und dem stellvertretenden Landrat Bernhard Hembrock zu sehen sind.

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In: Münstersche Zeitung, 04. September 2007

Bauchpinselei für das Wohlgefühl an der Kunst

Wurden Sie heute schon gebauchpinselt? Oder müssen Sie selbst bei anderen für Wohlbefinden sorgen, damit Sie endlich einen Job oder motivierte Mitarbeiter bekommen? Dann könnte für Sie JelliBelly, die Bauchpinselmaschine, hilfreich sein. Es gibt sie im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Die alten Klostermauern, die mittlerweile dem Kreis Steinfurt gehören, beherbergen heute Gegenwartskunst. Dabei werden Bilder oder Skulpturen nicht nur ausgestellt, sondern es wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Kunst Beziehung aufnimmt zum Ort und zu den Menschen. Kunsthaus DA - das steht für "Denken", sich auseinandersetzen und "Atelier" bedeutet Kunst herzustellen und damit zu experimentieren. Vier Stipendien werden vom DA jedes jahr an Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die Vorgabe: kunst als kommunikation.

Im Rahmen eines solchen Stipendiums entwickelten die Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer ihre Bauchpinselmaschine. Einerseits reflektieren die beiden Berliner Künstlerinnen mit dem Bauchpinsel ihre eigene Situation auf dem freien Kunstmarkt, wo sie Entscheidungsträger der Kunstszene für sich gewinnen müssen. "Wir kamen in tiefsinnige Gespräche, auch über uns selbst als Ausstellungsmacher hier im Kunstbetrieb," so Gerd Andersen, die Leiterin ds Kunsthauses DA, die für das Kloster Gravenhorst dieses kommunikative Kunstkonzept entwickelte. Mit dem Bauchpinsel gingen die Künstlerinnen auch auf die Straße in Ibbenbüren und Hörstel, traten in Kontakt mit den Menschen dort und boten ihnen an, sich mal so richtig bauchpinseln zu lassen. Die Menschen reagierten wohlwollend und erstaunt. Bei jedem Kunstprojekt werdn Menschen aus der Region mit aktiv. Im Falle des Bauchpinsels waren das Ein-Euro-Jobber, die auf diese Weise eine Ausbildung in Videoschnitt und Websitegestaltung machten. Bei anderen Kunstprojekten wurden Schüler mit einbezogen.

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In: Ibbenbürener Volkszeitung, 05. September 2007

Heute schon gebauchpinselt?

"Wann wurden Sie das letzte Mal gebauchpinselt?" Wer diese Frage hört und dabei einen roten Kasten mit Rasierpinsel sieht, kann sicher sein: Hier ist Kunst am Werk und gleich wird es kitzelig. Käthe Wenzel und Lisa Glauer hatten die Idee für "Jellibelly" - die Bauchpinselmaschine im Handtaschenformat. Die Berliner Künstlerinnen überzeugten damit die Jury im Kunsthaus Kloster Gravenhorst, erhielten ein Stipendium und machten sich an die Arbeit. Wenzel und Glauer haben die ersten Prototypen in ihrem Berliner Atelier gebaut, aus dem anuellen Vorläufer wurde ein voll motorisiertes Modell.

Seit Anfang August wird nun im Kreis Steinfurt ausprobiert. Während bei der Frage "Wann wurden Sie zuletzt gebauchpinselt?" noch schmunzelnd Schmeichelbeispiele aus Familie und Freundeskreis genannt wurden, war es bei der umgekehrten Frage schon schwieriger. Wer gibt schon gern aktives bauchpinseln zu? Zumindest eines steht fest: im September wird die bauchpinselmaschine an verschiedenen Orten im Kresi Steinfurt zum Einsatz kommen.

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Elvira Meisel-Kämper in: Münstersche Zeitung, 04. September 2007

Einmal bauchpinseln, bitte!

Die Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer werden ab Mittwoch mit ihren Helfern Christine Oehler und Klaus Steltenkamp Bäuche pinseln. Mit der "Jellibelly-Bauchpinselmaschine". Sie werden Menschen ansprechen und sie fragen, ob sie sich bauchpinseln lassen möchten. Dieser kommunikative Aspekt war grund genug, dass die Künstlerinnen dafür ein Projektstipendium des Kunsthauses kloster Gravenhorst in Hörstel erhalten haben.

"Das Wort Bauchpinseln steht auf der Liste der bedrohten Wörter," sagen die Künstlerinen. "Leute unter 30 Jahren kennen diese Wort nicht mehr." was früher bauchpinseln genannt wurde, heißt heute einschmeicheln oder - negativ formuliert - "einschleimen". Während er Aktion wird der Proband in Bild und Ton aufgezeichnet. Zusätzlich wird er in einem Fragebogen befragt nach Aussehen und Qualität des Geräts, welches die Künstlerinnen eigens dafür mit simplen Mitteln entwarfen. Die Ergebnisse fließen in eine Webseite ein, die als virtuell nutzbares Gesamtkunstwerk zusammengestellt wird. Die Bauchgefühle (Belly = Bauch) sind mehr als ein Stimmungsbarometer der Region.

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In: Ibbenbürene Anzeiger, 15. August 2007

Achtung, die Bauchpinseler sind unterwegs!

Haben sie heute schon jemanden gebauchpinselt, oder sind Sie gebauchpinselt worden? Und was haben Sie dabei empfunden? Dieser eher symbolisch gemeinte Vorgang aus der Liste der aussterbenden Wörter soll demnächst ganz konkrete form annehmen. Die Künstlerinnen Lisa Glaer und Käthe Wenzel haben sich als Stipendiatinnen des Kunsthauses im Kloster Gravenhorst auf ihre Weise dem Thema genähert. Die beiden haben eine Bauchpinselmaschine konstruiert. Das etwa handtaschengroße Gerät wurde schonmal im Atelier des Kunsthauses DA Kloster Gravenhorst vorgeführt.

Lisa Glauer: "Die Maschine besteht aus einem Holzgehäuse. Darin ist ein Ventilator mit Pinsel angebracht, der sich von links nach rechts und zurück bewegt. Der Pinsel ist austauschbar für hartes oder weiches Bauchpinseln, je nach Geschmack. Man kann diese Version herumtragen, sie ist batteriebetrieben. es wird aber auch eine Standversion geben, die mit Stecker und Münzeinwurf funktioniert!"

Bauchpinseln gegen Geld? "Natürlich, wir nähern uns doch einer Service-Gesellschaft," sagt Käthe Wenzel. "Wir haben deshalb die Maschine entwickelt. Gerade, wenn man künstlerisch arbeitet wie wir, oder nur einen Gelegenheitsjob hat, ist man sehr stark auf Kontaktarbeit angewiesen, und Bauchpinseln ist ein Teil davon. Unsere Maschine ermöglicht das Bauchpinseln in gleichbleibender Qualität."

Natürlich soll man das Ganze wie einen riesengroßen Spaßmit ernstem Hintergrund begreifen, wenn die beiden Frauen mit ihrer "ironisch-witzigen Behandlung" durch die Orte ziehen und dabei die Testpersonen zu spontanen Äußerungen provozieren, immerhin gehen sie ihren Gegenübern doch ziemlich dich auf den Pelz. und irgendwann beginnt auch das Nachdenken - über das Wort, den Vorgang, negative oder angenehme Assoziationen. Für ihren ganz besonderen Service haben sie sogar eine eigene Seite ins Internet egstellt - www.jellibelly.net - wo man ihre Dienste bestellen kann - für den Einsatz beim Chef vielleicht, beim künftigen Auftraggeber? Ein Probelauf vor einer Eisdiele in Hörstel, gefilmt und technisch begleitet von den Brücken-Jobbern Christine Oehler und Klaus Steltenkamp, verlief schonmal ganz vielversprechend.

Vom 1. bis 9. September werden die jungen Frauen und die Brückenjobber als Bauchpinselteam im kreis Steinfurt unterwegs sein. (...) Noch keine Antwort bekamen die Künstlerinnen auf ihre Anfrage aus der Kresissparkasse in Ibbenbüren und dem klinikum. Dort wollen sie Personal und Besuchern an den Bauch.

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Elvira Meisel-Kämper in: Münstersche Zeitung, 13. August 2007

Künstler im Kreis unterwegs

Der "Jellibelly-Bauchpinselmaschinen-Service" der Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer geht auf Reisen (wir berichteten). Vom 1. bis 11. September sind die Künstlerinnen im Kreis unterwegs. "Sie bauchpinseln Passanten, Personen aus Politik und Öffentlichkeit, Menschen bei der Arbeit und auf Jobsuche", heißt es in der Ankündigung der Kunstaktion, die eines der Projektstipendien "KunstKommunikation 2007" ist.

Am Samstag, 1. September wird im Kunsthaus der Projektraum mit Videopräsentationen und Modellen der Bauchpinselmaschine der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. am Mittwoch, 5. September, steht das Team ab 10Uhr auf dem markt in Ibbenbüren. Zielgruppe sind Passanten, Kunden, Marktbeschicker. Am selben Tag um 16 Uhr besucht das Team den Kreisausschuss in Steinfurt. Am Donnerstag, 6. September, stehen sie ab 10 Uhr auf dem Markt in Hörstel. Gebauchpinselt werden auch dort wieder Passanten, Kunden, Marktbeschicker. Am Samstag, 8. September, stehen sie am Wewerka-Pavillon in Münster am Aasee um Spaziergänger, Hundehalter und Kunstinteressierte anzusprechen. Am Sonntag, 21. oktober wird mit der Eröffnung der Ausstellung "Kunst in unserer Region" die stationäre Bauchpinselmaschine im Kunsthaus eingeweiht. Sie reagiert nur auf Münzeinwurf und arbeitet ganz ohne das Team.

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Elvira Meisel-Kämper in: Münstersche Zeitung, 11. August 2007

Die Bauchpinselmaschine geht auf Reisen

Die Realisierung des dritten projektstipendiums KunstKommunikation, welches das Kunsthaus Kloster Gravenhorst 2007 vergibt, steht bevor. Nach der Entwicklung der Bauchpinselmaschine "Jellibelly" durch die Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer können die Damen jetzt endlich damit auf Reisen gehen.

Bauchpnselei ist ein freundlicheres Wort für "Einschleimen", erklärte die Kuratorin Gerd Andersen das Projekt. Jeder mache dies, umetwas zu erreichen. Die Kuratorin, um das Projekt zu ermöglichen, die Künstlerinnen, um in der Kunstwelt anerkannt zu werden sowie jeder Otto-Normalbürger. Manchmal überspannt man auch den Bogen, räumten die Akteure ein. Die Bauchpinselmaschine mache das sicht- und fühlbar, was normalerweise nur mental und sprachlich abläuft. Als vierköpfiges "Bauchpinselmaschinen-Service-Team" gehen die künstler damit jetzt in der Region auf Reisen.

Man könne schließlich nicht alles gleichzeitig machen. Der "Service" wird Leuten auf der Straße angeboten, ihre Reaktionen gefilmt in ton und Bild. Wer dann noch möchte, kann einen Fragebogen ausfüllen, der dann ausgewertet wird. Die Erstellung einer Webseite ist das Ziel. Termine werden noch bekannt gegeben.

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____________________________________________________________________________________________ Achim Giersberg in: Münstersche Volkszeitung, 11. August 2007

Die Bauchpinsler kommen

Sie ist das Gegenteil zur Axt im Walde: "Wohlbefinden und Selbstwertgefühl" soll ihre Bauchpinselma-schine erzeugen, hoffen die beiden Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer. Drei Maschinen haben die beiden Stipendiatinnen das Kunstklosters Gravenhorst schon fertig, weitere sollen folgen, darunter auch ein stationäres Modell mit Münzeinwurf. Die Technik ist simpel. ein 12-Volt-Ventilatormotor bewegt einen Pinsel, der in etwa einem Rasierpinsel ähnelt, in vertikaler und horizontaler Richtung. Durch Hemd und Pul-lover spürt man das Pinseln nicht wirklich - besser sei deshalb ein entblößter Bauch, meint Käthe Wenzel. Aber das müsse der jeweils bauchgepinselte selbst entscheiden. So oder so werde Distanz überwunden und eine Grenze überschritten, aus einer anfangs eher peinlichen Situation entstünden schnell "interes-sante Gespräche".

Zusammen mit ihren beiden HelfernChristine Oehler und Klaus Steltenkamp - "Brückenjobber", die der Kreis für Durchführung und Aufarbeitung des Projekts zur Verfügung stellt - haben die beiden Künstlerinnen bereits einen Probelauf vor der Eisdiele in Hörstel absolviert, mit meist positiven Reaktionen, wie sie sa-gen. So richtig losgehen soll es aber erst vom 1. bis 11. September. Dann wird das Quartett Passanten auf dem Ibbenbürener Markt ebenso bauchpinseln wie Kunden der Kreissparkasse oder die Mitglieder des Kreis-ausschusses bei ihrer nächsten Sitzung in Steinfurt. Die Reaktionen werden mit Kamera und Mikro-fon festgehalten und später zu einer Video-Installation verarbeitet, die im Kunstkloster zu sehen ist.

"Bauchpinseln" stehe auf der Liste der bedrohten Wörter, erklären die Künstlerinnen. Nicht vom Aussterben bedroht sei jedoch die gemeinte Verhaltensweise: Irgendwo zwischen "schleimen" und "für etwas werben" oder "überzeugen wollen" stehe der Ausdruck. Jobsuche, Auftragsbeschaffung, kundenpflege: Das seien typische Einsatzfelder. Bisher werde stets in individueller Kleinarbeit gebauchpinselt; ihre Maschine mache das nun vollautomatisch und in gleich bleibender Qualität, erklären die beiden augenzwinkernd.

"Ein launisches Zeitdokument über den Alltag in der Provinz," erwartet die Jury, die das Projekt für stipen-diumswürdig hielt. Stimmungs- und Meinungsbilder würden aus den Menschen regelrecht "herausgekitzelt". Dass dem so ist, davon sind Künstlerinnen und Helfer ebenso überzeugt wie Gerd Andersen, stellvertre-tende Leiterin des Kunsthauses. Mit Ironie und Witz und ohne platten "Zeigefinger" werde hier eine kriti-sche Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist geführt, attestiert sie - oder sollte man besser sagen: bauch-pinselt? - sie den Künstlerinnen.

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____________________________________________________________________________________________ In: Münstersche Zeitung, 24. Februar 2007

Kitzlige Vorfreude

Lachend stehen Veronika Teigeler, Bernhard Hembrock und Gerd Andersen vor dem wohl witzigsten Projektentwurf von Käthe Wenzel und Lisa Glauer im Kunsthaus Kloster Gravenhorst und reiben sich die Bäuche. Kein Hungergefühl und kein Karnevalsgeck treibt sie am Karnevalssonntag zu dieser humorvollen Kommentierung, sondern allein die Vorfreude auf die"Bauchpinselmaschine" der Berliner Künstlerinnen Käthe Wenzel und Lisa Glauer. Ihr Vorschlag ist einer von insgesamt vier Kunstprojekten, die im Rahmen der Projektstipendien KunstKommunikation 2007 im Laufe des Jahres in Gravenhorst realisiert werden.

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Elvira Meisel-Kämper in: Ibbenbürener Rundschau, 20. Februar 2007

Lautstarke Bauchpinselei in der Provinz

Die neue Ausstellung im Kunsthaus kloster Gravenhorst zeigt die vier Projekte, die in diesem Jahr im Rahmen des Stipendiums KunstKommunikation verwirklicht werden. Darüber hinaus zeigt sie weitere Bewerbungen, di in die engere Wahl gekommen sind. Noch sind sie in der Planungsphase. Bislang erläutern nur text- und fotolastige Schautafeln jedes der eingereichten Werke. Das Interesse steigt jedoch, je intensiver man die Tafeln studiert.

(...) Unters Volk mischen sich Lisa Glauer und Käthe Wenzel mit ihrer eigens dafür konstruierten, leuchtend roten Bauchpinselmaschine. Freiwillige dürfen sich für ihre Kunstaktion "bauchpinseln" lassen. Alle körperlichen und sprachlichen Reaktionen werden aufgezeichnet und zu einem "launischen Zeitdokument über den Alltag in der Provinz" gebündelt.

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In: Münstersche Zeitung, 16. Februar 2007

Geheimnis der "Bauchpinselmaschine"

Kreis Steinfurt/Hörstel. Die Würfel sind gefallen: Vier Stipendiaten sind bestimmt, deren Projekte
in diesem Jahr im Rahmen des Kreis-Stipendiums KunstKommunikation des DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel umgesetzt werden. Sie konnten ihre Ideen im Wettbewerb mit fast 50 Künstlerkollegen durchsetzen. Die Jury-Mitglieder hatten es wahrlich nicht leicht, denn alle beteiligten Künstler hatten ihr Bestes gegeben, um die besonderen Anforderungen dieses Stipendiums zu erfüllen: Kunst in den öffentlichen Raum holen, Kunstinteressierte jeden Alters beteiligen, Kommunikation über Kunst anregen, Kunst als Prozess vermitteln.

Die umgesetzten Ideen des vergangenen Jahres haben dabei hohe Maßstäbe gesetzt. Das legendäre Tetra-Pak-Boot, die vielbespielte Villa Hörstel oder die akustische Erinnerungslandschaft My private Gravenhorst begeisterten bereits Tausende. Für den zweiten Durchgang von KunstKommunikation waren im November 20 Künstler zur Ideenwerkstatt nach Hörstel eingeladen, um ihre Kunst vorzustellen und dabei den Charme und die Atmosphäre des umgebauten Klosters auf sich wirken zu lassen. Daraus entstanden 13 Entwürfe für Kunstprojekte, die nun gemeinsam mit den Gewinnerentwürfen in einer Ausstellung gezeigt werden. Am kommenden Sonntag (18. Februar) um 12 Uhr wird damit auch das Geheimnis gelüftet um die vier Projekte, die in diesem Frühjahr und Sommer zur Umsetzung kommen werden. Nur die Titel seien verraten: Observatorium Kloster Gravenhorst, Copy und Paste, Tausche Bilder gegen Geschichten und Greifbar Bauchpinselmaschine.

Wer es ganz genau wissen will, kann die Ausstellung bis zum 25. März zu den üblichen Öffnungszeiten besuchen oder sich am Sonntag (25. Februar) und 25. März, 16 Uhr, die Entwürfe fachkundig erläutern lassen.

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In: 20. Februar 2007

Künstlerisches Kleeblatt weckt Neugier

Gravenhorst/Kreis Steinfurt. da dürfen sich die Kreistags-Abgeordneten schonmal freuen: Auch sie sollen in den Genuss von Käthe Wenzels und Lisa Glauers Bauchpinselmaschine kommen. Dass die Maschine funktioniert, davon konte sich die jury für die Vergabe der diesjährigen Kunst-Stipendien für das Kunsthaus kloster Gravenhorst selbst überzeugen. Eigentlich, so erzählt es der stellv. Landrat Bernhard hembrock, sei das Projekt schon abgelehnt gewesen, nach einer Anwendung bei einigen Jury-Mitgliedern dann aber wieder auf die Liste gerutscht. Die Berliner Künstlerinnen versprechen sich von ihrer Maschine, dass sie die Menschen locker macht, aus ihnen "Stimmungs- und Meinungsbilder zur Lage der Nation" herauskitzelt.

Gemeinsam mit den Projekten von Andy Brauneis (Augsburg), Martin Brüger (Darmstadt) und Petra Speilhagen (Berlin) gehören Käthe Wenzel und Lisa Glauer (Berlin) zum Kleeblatt der vier Glücklichen, die von der jury auserwählt wurden und jetzt die Chance erhalten, ihre projekte im Laufe des jahres zu realisieren. Zwischen insgesamt 13 Projektentwürfen, die bei einer Ideenwerkstatt im November vergangenen Jahres ausgewähltwurden, hatte die Jury bei der Endauswahl am 9. Februar die Qual der Wahl.

"Ich glaube, wir haben die richtige Entscheidung getroffen", meinte Jury-Mitglied und Konzeptentwicklerin Gerd Andersen, als sie am Sonntag im Kunstkloster eine Ausstellung der Projektentwürfe eröffnete. Neben den vier Siegern kann man dort auch die abgelehnten entwürfe bewundern, darunter so interessante wie das - fiktive - "Tal der Hundertjährigen", das mit der demographischen Entwicklung spielt und auf den Werbeslogan setzt: "Besuchen Sie hörstel. Hier lebt man länger ohne alt zu werden".

Andersen stellte in ihrer Rede die neuen Entwürfe in eine Reihe mit den im vergangenen jahr umgesetzten Ideen, wie dem tetrapack-faltschiff von Frank Bölters oder der Erinnerungslandschaft "my private Gravenhorst" von Tom Koesel und erinnerte nochmal an das konzept des Hauses, kommunikative Kunstprojekte zu fördern, "die von Handlung und Laienbeteiligung leben und die gesellschaftsrelevante Themen aufgreifen". Mit den Projektstipendien sei es gelungen, dem Kunsthaus ein "überregionales, eigenständiges Profil in der Kunstszene zu geben und gleichzeitig die lokale Verankerung und Akzeptanz zu stärken". Vor allem das zweistufige Bewerbungsverfahren mit einem offenen Diskurs und einem transparenten Ausahlverfahren habe sich bewährt und zum Profil des Kunsthauses beigetragen.

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In: 20. Februar 2007

Launisches Zeitdokument: Käthe Wenzel und Lisa Glauer kitzeln Spontanes hervor

Gesellschaftskritik und kommunikative Elemente verbinden sich nach Ansicht der jury in diesem Projekt zu einem "spektakulär-subversiven regionalen Feldforschungsprojekt, das im Kontext von kunst, Gesellschaft und politik angesiedelt ist". Käthe Wenzel und lisa Glauer (Berlin) erreichen solches mit ihrer Bauchpinselmaschine, einer Vorrichtung, die den sprichwörtlichen Akt des Bauchpinselns wörtlich nimmt. mit dieser "ironisch-witzigen Prozedur" soll es gelingen, Statements zu Gott und der Welt im wahrsten sinne des Wortes herauszukitzeln.

"So werden spontane Äußerungen provoziert, die in der abschließenden Sammlung ein launisches Zeitdokument über den Alltag in der Provinz ergeben", heißt es in der Auswahlbegründung der Jury. Projektteilnehmer unterschiedlichster Herkunft, Stellung und Funktionen sowie freiwillige Testpersonen werden zum Rendezvous mit der Maschine eingeladen - auch Verwaltung und Politik weden eingeladen.

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In: 20. Februar 2007

Achim Giersberg: Vielversprechend: Neue Kunst für Gravenhorst

Vorhang auf für das nächste Spektakel: Ausgefallen, schräg und gerne auch etwas verrückt darf es diesmal sein, Hauptsache unterhaltsam. Die ersten drei Kunststipendien im vergangenen Jahr haben schon einen Maßstab gesetzt: Viele Schaueffekte, viel Mitmachpotential, viel Lokalbezug, viel Freiraum für interpretationen zeichneten sie aus. So scheint es weiterzugehen.

Vielversprechend hört sich an, was die vier Stipendiaten sich da ausgedacht haben. Dass die Projekte in und um das Kloster Gravenhorst dabei nur noch wenig mit tradierter kunst zu tun haben, stört kaum. Handwerkliches Können, eine klare Botschaft, erbauliche Schönheit - das bieten andere. kunst à la Gravenhorst, das ist Spielwiese und Sandkasten, Kommunikation und Experiment. Beim kopfschütteln und Rätselraten spielt die Frage nach dem Sinn kaum noch eine rolle - Staunen ist angesagt.Und gerade die so erzeugte unvoreingenomenheit öffnet neue Sichtweisen, gibt Antworten, wo gar keine Fragen waren.
Alles nur Bauchpinselei? Ach ja, inspirierend ist sie manchmal auch, die Show der jungen Künstler.

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In: 20. Februar 2007

DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Begründung der Jury zur Auswahl des Projekts "Jellibelly-Bauchpinselmaschinenservice"

Der hohe performative Anteil der gesellschaftskritischen Kunstaktion Greifbar von Lisa Glauer und Käthe Wenzel verbindet sich mit kommunikativen Elementen zu einem spektakulär-subversiven regionalen Feldforschungsprojekt, das im Kontext von Kunst, Gesellschaft und Politik angesiedelt ist.

Die ausgewählten ProjektteilnehmerInnen unterschiedlichster Herkunft, sozialer Stellungen und Funktionen und freiwillige Testpersonen werden in gleicher Weise einer ironisch-witzigen Behandlung mit der Bauchpinselmaschine unterzogen, in dem Stimmungs- und Meinungsbilder "zur Lage der Nation" und der eigenen Befindlichkeit "herausgekitzelt" werden. Die bewusst eingesetzte distanzlose Körperlichkeit dieser offensiven Kunstaktion bricht mit gesellschaftlichen Konventionen im Spiel zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. So werden spontane Äußerungen provoziert, die in der abschließenden Sammlung ein launisches Zeitdokument über den Alltag in der Provinz ergeben.

Das Projekt Greifbar spiegelt mit seinen öffentlichkeits- und medienwirksamen Anteilen das programmatische Profil des Kunsthauses in seinem ganzen Spektrum wider. Auch mit diesem Projekt wird DA wieder zu einem Kristallisationspunkt künstlerischen Arbeitens mit großer Ausstrahlung in die gesamte Region, aber auch zum Ort des aktuellen internationalen Kunstdiskurses. Ab Juni gibt es einen öffentlichen Projektraum im DA mit einem Modell der Bauchpinselmaschine Ab September wird es öffentliche Bauchpinsel Einsätzte geben

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